Wiederbeschaffungswert

Der Wiederbeschaffungswert wird definiert als … der Wert, den der Geschädigte für ein seinem Fahrzeug vor Eintritt des Unfalls äquivalentes Fahrzeug bei einem seriösen Kfz-Händler aufwenden muss.

Der Wiederbeschaffungswert wird vom Sachverständige ermittelt. Hierbei werden alle wertbildenden Faktoren, sowie die örtliche Marktlage berücksichtigt. Hat das verunfallte Fahrzeug einen Totalschaden erlitten, bildet der Wiederbeschaffungswert die Berechnungsgrundlage für die Schadenersatzansprüche des Geschädigten.

Restwert

Der Restwert bezeichnet den Wert des verunfallten Fahrzeuges unmittelbar nach Schadeneintritt.

Der Geschädigte darf sein Fahrzeug nach Erstellung des Gutachtens zu dem vom Sachverständigen ermittelten Restwert verkaufen. Bei der Ermittlung des Restwertes berücksichtigt der Sachverständige das konkrete Schadenbild am Fahrzeug und die regionale Marktlage.

Merkantiler Wertminderung

Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall hat der Geschädigte in der Regel Anspruch auf Ersatz der so genannten merkantilen Wertminderung.

Die merkantile Wertminderung wird vom Sachverständigen ermittelt. Hierbei handelt es sich um den Betrag, den der Geschädigte für sein Fahrzeug nach einer sach- und fachgerechten Reparatur bei einem Verkauf weniger erhalten würde, weil der Käufer darauf hingewiesen werden muss, dass es sich um einen repariertes Unfallfahrzeug handelt.

Konkrete Abrechnung

Der Geschädigte kann frei wählen, ob er das Fahrzeug instandsetzen lässt (konkrete Abrechnung) oder ob er sich die ermittelten Reparaturkosten auszahlen lässt (fiktive Abrechnung).

Bei konkreter Abrechnung bekommt der Geschädigte die anfallenden Reparaturkosten laut Reparaturrechnung von der gegnerischen Versicherung erstattet. Im Falle eines Totalschadens bekommt der Geschädigte den vom Gutachter ermittelten Wiederbeschaffungswert (Brutto) abzüglich des ermittelten Restwertes ersetzt. Voraussetzung hierfür ist, dass der Geschädigte ein mindestens gleichwertiges Fahrzeug erwirbt.

Fiktive Abrechnung

Bei der fiktiven Abrechnung werden zwei Fälle unterschieden:

a)    Reparaturfall: Die Schadenhöhe liegt unter 70% des Wiederbeschaffungswertes. In diesem Fall bekommt der Geschädigte bei fiktiver Abrechnung die Netto-Reparaturkosten erstattet.

b)    Totalschaden: Im Falle eines Totalschadens (die Reparaturkosten übersteigen 70% des Wiederbeschaffungswertes) wird bei fiktiver Abrechnung der Netto-Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert erstattet. Der Brutto-Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert wird nur bei konkreter Abrechnung erstattet. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Geschädigte nach dem Totalschaden seines Fahrzeuges ein anderes, mindestens gleichwertiges Fahrzeug kauft.

Bei fiktiver Abrechnung wird keine MwSt. erstattet, da sie in diesem Fall nicht entsteht, somit werden immer nur die Nettoreparaturkosten ausbezahlt.

130 %-Grenze

Sind die Reparaturkosten zuzüglich einer eventuellen merkantilen Wertminderung kleiner als 130 % des Wiederbeschaffungswertes, hat der Geschädigte die Möglichkeit, trotz vorliegen eines Totalschadens, sein Fahrzeug reparieren zu lassen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Geschädigte sein Fahrzeug sach- und fachgerecht instandsetzt, weiterhin ist der Geschädigte verpflichtet sein Fahrzeug mindestens ein halbes Jahr weiter zu nutzen.

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